300 Kilometer Radfahren – warum eigentlich nicht?
Es gibt Fragen, die man sich besser nicht stellt, bevor man sich für ein Event anmeldet. „Wie weit ist das eigentlich?“ gehört dazu. 300 Kilometer. Durch oder besser um die Mecklenburgische Seenplatte herum. Auf dem Fahrrad. In einem Stück.
Genau das ist die Mecklenburger Seen Runde 300 – kurz MSR300 – ein Jedermann-Radreiseevent, das seit Jahren Tausende von Teilnehmern aus der ganzen Republik in den Norden lockt. Kein Rennen, kein Wettkampf im klassischen Sinne, aber eine Herausforderung, die jeden Teilnehmer auf seine eigene Weise trifft. Die 300-Kilometer-Marke gilt im Radsport als magische Grenze – groß genug, um respektvoll zu sein, aber machbar genug, dass man am Abend mit einem breiten Grinsen im Ziel steht. Zumindest meistens.
Die Strecke führt durch eine der schönsten Landschaften Deutschlands: flache Alleen, Rapsfelder, unzählige Seen, Dörfer, die man sonst nur aus Urlaubsprospekten kennt – und ein Wind, der in Mecklenburg das tut, was er möchte. Das Organisationsteam sorgt mit mehreren Verpflegungsdepots dafür, dass niemand auf der Strecke verhungert oder verdurstend seinen Frieden mit dem Asphalt schließen muss
Gestartet wird von Freitag Abend an um 20.00 Uhr bis Samstag morgen um 07:00 Uhr in Blöcken, alle 10 Minuten. Unser Triathlon-Mitglied Christoph war in diesem Jahr auch am Start – gemeinsam mit einer Gruppe Gleichgesinnter, die den langen Weg nach Mecklenburg nicht scheute. Um 06:20 Uhr rollte er in Neubrandenburg los und kam nach exakt 10 Stunden reiner Fahrzeit und einer Bruttozeit von 12:31 Stunden wieder ins Ziel – bei 306 zurückgelegten Kilometern. Zehn Stunden auf dem Sattel. Auf die Minute genau. Das entspricht in etwa dem, was Ausdauersportler als „langen Tag“ bezeichnen und alle anderen als leichte Übertreibung abtun würden.


Verpflegt wurde standesgemäß: Gels und ISO-Drinks unterwegs. An den Depots entlang der Strecke warteten unter anderem saure Gurken – ein Ausdauersport-Klassiker, der für Außenstehende befremdlich wirkt und für Radfahrer nach 100 Kilometern wie ein Fünf-Sterne-Menü schmeckt.
Was bleibt? Der Beweis, dass 300 Kilometer kein Privileg von Profis oder Verrückten sind – sondern das Ergebnis von konsequentem Training, einem guten Plan und der Bereitschaft, den inneren Schweinehund irgendwo zwischen Kilometer 180 und 220 einfach sitzen zu lassen. Ausdauersport öffnet Türen zu Erlebnissen, die man sich im Alltag kaum vorstellen kann. Die Mecklenburgische Seenplatte bei Sonnenaufgang, der Rhythmus der Pedalumdrehungen, die Stille einer langen Abfahrt und auch das fahren in einer Gruppe Gleichgesinnter – das sind Momente, die man sich erradeln muss.
Wer jetzt neugierig geworden ist: Die MSR300 findet jährlich statt. Anmeldung und alle Infos unter mecklenburger-seen-runde.de. Und wer Fragen zur Vorbereitung hat – Kommt vorbei und sprecht uns an … die Mitglieder unserer Triathlon-Gruppe wissen, wie man sich einen langen Tag auf dem Rad einteilt.

Ein herzlicher Dank geht an unseren langjährigen Sponsor bestbike aus Alsdorf, der die Gruppe mit einem Trikotsatz unterstützt hat. Wer 306 Kilometer in einheitlichem Dress zurücklegt, sieht nicht nur besser aus – er fühlt sich auch als Team, selbst wenn die Beine irgendwann jeder für sich pedalieren.

